Händlerbund News
Anwalt

Rechtsanwalt Mag. Dr. Axel K. Goller im Interview

Seit 1995 ist Axel Goller Einzelanwalt in seiner Zwickauer Kanzlei. Da er in den USA studiert hat, steht er mit Rechtsanwalts-Kollegen in San Diego (Kalifornien) und in Reno (Nevada) in ständigem Kontakt.

HB: Was hat Sie persönlich dazu bewogen, die Kanzlei in Zwickau zu eröffnen?

Axel Goller: In Zwickau lebe ich und kenne die Stadt seit 42 Jahren. Ich verfüge hier über viele Bekanntschaften, sodass der Start Erfolg versprechend gewesen ist. Vor einigen Jahren gab es in der Gegend einige hundert Baustreitigkeiten pro Jahr. Für die Lösung baurechtlicher Probleme hatte ich mich durch meine Doktorarbeit „Vorhaben- und Erschließungsplan“ qualifiziert. Inzwischen hat diese Materie aber nur noch eine geringe Bedeutung, weil die Zahl der Bautätigkeiten stark gesunken ist. Jetzt reichen die Fälle von der Ehescheidung über zivilrechtliche Probleme wie Mängel beim Kauf bis zu Problemen im Mietverhältnis.

kuscheluniversum

kuscheluniversum.de im Interview
Hochwertige Decken der Marken Manterol und Biederlack sowie Bettwäsche und Heimtextilien bietet der Online-Shop kuscheluniversum.de in Offenburg an. Geschäftsführerin Marion Sieber erläutert, was das Besondere an diesen Produkten ist.

HB: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, kuschelige Decken zu verkaufen?
Marion Sieber:
Mein Mann hat mir vor 13 Jahren eine Kuscheldecke der Marke Manterol zu Weihnachten geschenkt, und um die haben wir uns mehr oder weniger gestritten. Später wollte ich ihm auch eine schenken, und zwar unbedingt wieder genau so eine Decke. Aber es war nicht leicht, eine vergleichbare Decke zu finden, und so sind wir auf die Idee gekommen, uns damit selbständig zu machen.

HB: Was ist das Besondere an Decken von Manterol?
Marion Sieber: Das Besondere ist, dass sie nach dem Waschen schön bleiben. Meine Decke ist jetzt 13 Jahre alt und es ist kein Vergehen dran. Sie ist warm und kuschelig weich und nicht so filzig, wie man es nach dem ersten Waschen von vielen anderen Decken kennt. Das Geheimnis ist das Herstellungsverfahren, denn sie werden anders gewebt. Die Faser wird nicht wie beim Kette-Schuss-Verfahren aufgeraut oder aufgebürstet. Beim aufwändigen Raschel-Verfahren, das bei Manterol zum Einsatz kommt, wird so gewebt, dass auf jeder Seite ein Faden ist. Im Grunde wie bei einem Teppich, nur mit feinerer Faser. Deswegen werden die Decken nach dem Waschen nicht filzig und platt, sondern bleiben kuschelig weich und dick.

Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Andreas Arlt, zu den Zielen und Möglichkeiten des Händlerbund e.V.

Andreas ArltNZ: Herr Arlt, achten Sie beim Onlinekauf auf die Erwähnung der vielbesprochenen Batterieverordnung?

Arlt: Von Berufs wegen hängt mir sicherlich eine gewisse Pedanterie an, aber die Erwähnung der Batterieverordnung fällt privat weniger ins Gewicht.

NZ: Und doch beschwören sie Ihre Mitglieder, gerade auf diese Art von Verordnungen hinzuweisen.

Arlt: Sicherlich erscheint es dem klein- und mittelständischen Händler geradezu als Schikane, auf seinen Online-Seiten umfassende Hinweise zu geben. Dennoch ist es Unternehmerpflicht - der Gesetzgeber fordert es und die Rechtsprechung unterstützt diese Forderung einhellig. Unsere Mitglieder tun gut daran, umfassend zu informieren.

NZ: …um keine Abmahnung zu riskieren…

Arlt: Richtig - und auch um fair gegenüber dem Verbraucher aufzutreten. Ziel des Händlerbund e.V. ist es, einerseits den Händler weitgehend vor Abmahnungen zu schützen und anderseits ihn für die Zukunft fit zu machen. Verbraucherschutz ist eines der TOP-Themen der Zukunft und der Kunde wird zunehmend sensibilisiert.

NZ: Wie muss ich mir die Vereinsarbeit vorstellen?

Arlt: Zunächst besteht das Problem, dass die meisten Onlinehändler weder die Zeit noch das Interesse haben, jede Veränderung in Gesetzgebung und Rechtsprechung zu recherchieren und einzuarbeiten. An dieser Stelle ist der Händlerbund e.V. Partner der Wirtschaft. Wir informieren unsere Mitglieder regelmäßig und leiten aus den beobachteten Veränderungen Empfehlungen in Form von Formulierungsvorschlägen ab. Somit werden die Online-Seiten und AGB der Mitglieder regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Oberstes Gebot ist es, den Aufwand für den Händler so gering wie möglich zu halten und dabei eine größtmögliche juristische Optimierung zu erzielen.

NZ: Sie bieten einen umfassenden Schutz vor Abmahnungen? In welchem Umfang ist dies zu realisieren?

Arlt: Die Formulierungsvorschläge, die wir unseren Mitgliedern an die Hand geben, halten wir für nahezu abmahnsicher.

NZ: …„nahezu“?

Arlt: Ich bin auf dem Gebiet des Wettbewerbsrechts langjährig tätig und habe zahlreiche Mandate im Zusammenhang mit der Abmahnung von unlauter handelnden Unternehmern und der Abwehr von Abmahnungen übernommen. Die Erfahrung zeigt, dass die Rechtslage nach wie vor schwierig ist und dass es somit keinen 100 %igen Schutz geben kann – aber einen 99%igen!

NZ: Sie sehen den Schutz also vor allem in der Prävention.

Arlt: Das ist die Kernaussage. Und deshalb ist die Arbeit des Vereins so wichtig. Wir können erreichen, dass insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen erst gar nicht von Abmahnwellen betroffen werden.

NZ: Ich habe Sie richtig verstanden, dass Sie Abmahnungen grundsätzlich für legitim halten?

Arlt: Natürlich. Die Abmahnung eines Konkurrenten ist im Wirtschaftsleben ein unverzichtbares Instrument. Sie ist sinnvoll, wenn sie eine stichhaltige Grundlage hat. Abmahnungen schaffen Ordnung auf dem Markt. Jeder Händler, der bewusst oder unbewusst gegen die Verbraucherschutzvorschriften verstößt, kann zu Recht von einer Abmahnung betroffen sein.

Ich weiß, dass die meisten Händler nicht wissentlich fehlerhaft ihre Online-Seiten gestalten. Wettbewerbswidrig bleibt es trotzdem, nach meiner Meinung auch zu recht. Denn jeder Händler weiß, wie aufwendig es ist, seine Präsenz auf dem aktuellen Stand zu halten.

Es sich dabei einfach zu machen, spart Geld und Zeit – schafft schon dadurch einen Vorteil gegenüber dem umsichtigen Händler.

Der Händlerbund e.V. will nicht diejenigen schützen, die bewusst gegen den Verbraucherschutz verstoßen und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erhalten.

Wir wollen zum einen die Händler befähigen, die zu Recht eine Abmahnung erhalten haben, sich künftig wettbewerbskonform zu verhalten und sie dabei von Kosten entlasten.

Zum anderen wollen wir die schützen, der von inhaltsleeren Abmahnwellen betroffen ist.

Von Abmahnungen Betroffene sind in unserem Verein herzlich willkommen, sie werden kostenlos vertreten.

NZ: Kostenlos vertreten?

Arlt: Durch unsere Spezialisierung können wir das leisten. Wir stehen mit aller Konsequenz hinter unseren Empfehlungen und gewähren deshalb unseren Mitgliedern einen kostenlosen Rechtsschutz. Bekanntlich ist die außergerichtliche anwaltschaftliche Vertretung in wettbewerbsrechtlichen Angelegenheiten für den Betroffenen schon deshalb problematisch, da er - egal wie der Streit ausgeht - regelmäßig auf den Kosten seines Rechtsanwaltes sitzen bleibt.

NZ: Ist der Rechtsschutz die grundlegende Idee des Händlerbund e.V.?

Arlt: Nein. Der Verein ist vom Grunde her als eine „wirkliche“ Interessenvertretung der Onlinehändler in Deutschland angelegt – und das soll er auch sein. Wir wollen als Verein die Interessen unserer Mitglieder effektiv gegenüber allen relevanten Instanzen vertreten. Weiterhin fördern wir die Kommunikation unter unseren Mitgliedern und stärken natürlich auch durch den Rechtsschutz den Onlinehandel. Sie haben natürlich recht, wenn sie vermuten, dass der Schutz vor Abmahnungen sehr oft das entscheidende Motiv ist, in unseren Verein einzutreten. Die Leistungsfähigkeit des Händlerbund e.V. beruht dennoch vor allem auf seiner ganzheitlichen Ausrichtung.

NZ: Ich höre aus der Formulierung „wirkliche Interessenvertretung“ heraus, dass Sie sich von den anderen Interessenvertretungen abgrenzen wollen.

Arlt: Unbedingt! Reine Lobbyarbeit führt einfach nicht zum Ziel. Der Händler will verbindliche Aussagen und wissen, woran er ist. Juristische Debatten über das Für und Wider von dieser oder jener Widerrufsbelehrung sind für den Unternehmer bedeutungslos. Der Händler verlangt konkreten Rat für sein Unternehmen. Indem wir konkrete Formulierungsvorschläge geben, kann ein Höchstmaß an Rechtssicherheit zugesichert werden und ganz nebenbei wird der Verbraucherschutz in Deutschland durch aktive Gestaltung an der Basis entwickelt und gefördert.

NZ: Was einer Art Wirtschaftsförderung gleichkommt?

Arlt: Verbraucherschutz ist mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor. Die in unserem Verein formulierten Ziele sind voneinander untrennbar: Interessenvertretung, ShopOptimierung, Rechtsschutz und Wirtschaftsförderung! Letztlich steht fest, wer sich vertrauenswürdig präsentiert, macht die besseren Geschäfte.

NZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Vinovento.de im Interview

In Budenheim am Rhein verkaufen Annegret Burk und Hans Mahr über ihren Online-Shop Vinovento.de ausgewählte Weine von Familienweingütern. Sie möchten diese besonderen Weine auch außerhalb der klassischen Weinregionen bekannter machen.

HB: Was macht Ihren Shop besonders?
Annegret Burk: Wir bieten Wein von kleinen und mittleren Familienweingütern an, die selbst nicht online verkaufen. Damit bieten wir diesen Weingütern eine Dienstleistung an, und die Kunden erhalten Weine von Weingütern, von denen sie sonst nicht online kaufen könnten.

vinovento1HB: Wie suchen Sie die Weingüter aus?
Annegret Burk: Unsere Weingüter haben von sich aus guten oder sehr guten Wein, je nach Geschmack. Wir wählen Weingüter, die wir persönlich kennen und schätzen. Auf Fachmessen wie der ProWein in Düsseldorf achten wir auf Weingüter mit Auszeichnungen und Prämierungen, wie zum Beispiel „awc vienna“. Zusätzlich suchen wir Weine, die den Qualitätsanforderungen der Landwirtschaftskammern genügen, also mit Kammerpreismünzen in Gold, Silber oder Bronze.

HB: Wie sieht die aktuelle Situation Ihres Online-Shops aus?
Hans Mahr: Am 1. Oktober 2009 sind wir online gegangen. Der Shop läuft gerade kostendeckend. Leider können wir noch nicht von Vinovento leben.
Annegret Burk: Wir werben mit individuellen Weingut-Flyern wie: „Jetzt können Sie unsere Weine auch online kaufen.“ Diese werden von den Weingütern bei Weinfesten und Weinproben direkt verteilt. Seit zwei Wochen twittert Vinovento, jetzt auch sichtbar auf der Vinovento-Seite.
Inzwischen haben wir auch schon etwa 10 Prozent Stammkunden, was uns besonders freut.

vinoventoHB: Was hat Sie persönlich dazu bewegt, das Online-Geschäft zu eröffnen?
Annegret Burk: Ich habe jahrelange Erfahrungen und Kontakte in der Weinbranche gesammelt, indem ich Marken entwickelt und Weingüter mit Etiketten und Werbemitteln grafisch betreut habe. Wir beide haben regionale Kontakte zu Weingütern in Rheinhessen und natürlich eine Liebe zum Produkt selber.
Hans Mahr: Ich war zuvor nebenberuflich als Webentwickler selbständig. Gereizt
hat mich an Vinovento besonders, dass das Shopsystem wegen der besonderen Vertriebsstruktur mit den kleinen Weingütern umprogrammiert werden musste. Das hat mich enorm angespornt, ich habe viel Herzblut hineingesteckt, und das System funktioniert jetzt sehr gut.

HB: Was macht Ihnen dabei am meisten Spaß?
Hans Mahr: Das Feedback der Weingüter ist natürlich wichtig: „Das funktioniert ja wirklich einfach und reibungslos.“ Das schönste Erlebnis war „Bing!“ der erste Kauf am 2. Oktober 2009, um 9.22 Uhr, auch wenn es nur eine Freundin war. Und „Bing!“ der bisher größte Kauf in dieser Woche – ein Stammkunde bestätigte eine Bestellung von fast 500 Euro.

HB: Wie empfinden Sie die Konkurrenzsituation?
Annegret Burk: Erschreckend. Wir entdecken ständig neue Online-Weinshops mit großer Bandbreite im Angebot und in der Qualität. Preislich können wir darauf nicht reagieren, da wir den Wein nicht unter Preis verkaufen können. Dagegen hätten unsere Weingüter etwas und würden da nicht mitmachen.

HB: Wie sieht Ihre Zukunftsperspektive aus?
Annegret Burk: Wir müssen in der Zukunft noch mehr Weingüter in unseren Shop aufnehmen. Damit mehr Kunden ihren Wein online finden und kaufen können. Daher planen wir für das zweite Jahr, weitere 12 Weingüter aufzunehmen. Privat haben wir die Liebe zu Australien entdeckt, vielleicht eröffnen wir eine kleine Abteilung mit Weinen australischer Weingüter.

HB: Wie haben Sie den Händlerbund gefunden?
Hans Mahr: Aus früheren Erfahrungen war das Thema „potenzielle Abmahnung“ für uns sehr wichtig. Über Umwege kamen wir zum Händlerbund, sozusagen in letzter Minute (wirklich wahr!). Was uns am Händlerbund gefallen hat, ist das Leitmotiv des „fairen Handels“. Genau da sehen wir uns nämlich. Wir wollen keinen Ärger, das kostet nur Zeit und Nerven. Wir wollen stattdessen aus Kunden Stammkunden machen und dadurch erfolgreich sein.

HB: Was möchten Sie den Lesern noch gerne mitteilen?
Hans Mahr: Wir von Vinovento haben festgestellt, dass unsere Weingüter sehr guten Wein produzieren. Daher probieren Sie doch einmal die kleinen Familienweingüter! Zu unserem ersten Geburtstag werden wir im Oktober eine Aktion machen mit einem 6er Paket, je ein Wein von unseren Topweingütern zu einem sehr speziellen Preis.

Link zum Shop:

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