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Montag 10. November 2014

Unternehmen, die elektronische Dienstleistungen im EU-Ausland an private Verbraucher erbringen, müssen sich ab 1. Januar 2015 auf umfassende Änderungen einstellen.weiter

Neue Vorschriften für Anbieter von elektronischen Dienstleistungen

Umsatzsteuer 2015

Im Rahmen des neuen Mehrwertsteuerpakets gelten ab dem 1. Januar 2015 im Online-Handel EU-weit die neuen umsatzsteuerlichen Regelungen. Betroffen sind alle Unternehmen, die ihre Leistungen an Endkunden auf elektronischem Wege im EU-Ausland erbringen.

Mit dem Inkrafttreten der neuen Umsatzsteuer 2015 kommen auf die betroffenen Unternehmen zahlreiche Herausforderungen, sowohl rechtlicher als auch technischer Art, zu. Deshalb sollten sich diese bereits jetzt informieren und sich auf die Änderungen vorbereiten.

 

Was ist der Hintergrund für das neue Mehrwertsteuerpaket 2015?

Durch die neuen Regelungen der Umsatzsteuer ab 2015 will die Europäische Union für einheitliche Bedingungen in den verschiedenen europäischen Ländern sorgen und somit mehr Steuergerechtigkeit schaffen. Der Regelung liegt die Richtlinie 2008/8/EG zugrunde, die bereits im Februar 2008 beschlossen wurde.

Wen betrifft die Änderung der Umsatzsteuer ab 2015?

Die neuen Vorschriften gelten für Anbieter von Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen, sowie für alle Unternehmen die weitere elektronische Dienste an Privatkunden erbringen, beispielsweise:

  • Software-Dienstleistungen (SaaS)
  • Webhosting
  • Bild-/Fotodienstleister
  • Informations- und Textdienstleister (z. B. Verkauf von E-Books oder Online-Zeitschriften)
  • Online-Datenbanken
  • Digitale Weiterbildungs- und Informationsplattformen (Online-Seminare, Fernunterricht etc.)
  • Musikanbieter (z. B. Streaming, MP3-Downloads)
  • Anbieter von Filmen und Spielen im Internet
  • Kostenpflichtige Online-Marktplätze und Verkaufsportale

Von den Neuerungen der Umsatzsteuer 2015 nicht betroffen sind Unternehmer die sich rein im B2B-Bereich bewegen, also ihre Leistungen nur gewerblichen Kunden anbieten. Ebenfalls nicht betroffen sind Online-Shops, die physische Ware versenden.

Auswirkungen der Neuregelung der Umsatzsteuer 2015

Bisher waren solche Leistungen am Sitz des Leistungserbringers zu versteuern. So musste ein deutscher Unternehmer, der elektronische Dienstleistungen an private Verbraucher in anderen EU-Ländern erbringt, diese Umsätze nach deutschem Recht behandeln und demnach beispielsweise auch in seiner deutschen Umsatzsteuererklärung ausweisen.

Ab Januar 2015 muss jedoch die Umsatzsteuer in dem EU-Land abgeführt werden, in dem der Verbraucher wohnt. Kauft demnach ein Kunde mit Wohnsitz in Deutschland bei einem Händler im europäischen Ausland z.B. ein e-Book, fällt künftig die Umsatzsteuer in Deutschland an und nicht mehr im Heimatstaat des Anbieters. Ausländische Unternehmer, die solche Leistungen gegenüber einem deutschen Kunden erbringen, müssen sich daher künftig grundsätzlich in Deutschland steuerrechtlich registrieren lassen und hier die Steuer abführen.

Was müssen Online-Händler beachten?

Mini-One-Stop-Shop-Verfahren

Betroffene Unternehmen müssen sich vor Beginn des Besteuerungszeitraums beim BZSt für die einmalige MwSt-Registrierung anmelden.

Ein deutscher Unternehmer, der grenzübergreifend tätig ist, muss sich demzufolge künftig in jedem betreffenden Land, in dem er elektronische Dienstleistungen an private Endverbraucher erbringt, umsatzsteuerlich registrieren lassen und dort seine jeweiligen Umsatzsteuererklärungen abgeben.

Als Alternative zu dieser aufwendigen Melde- und Erklärungspflichten in jedem einzelnen Land, können die Unternehmen aber auch die neue Verfahrenserleichterung des „Mini-One-Stop-Shop (MOSS)“ in Anspruch nehmen. Seit dem 1. Oktober 2014 können sich Unternehmen, die der Neuerung unterliegen, für das „Mini-One-Stop-Shop-Verfahren“ beim Bundeszentralamt für Steuern registrieren. Die registrierten Unternehmen können dann ihre in den übrigen Mitgliedstaaten der EU ausgeführten Umsätze, gesammelt bei einer zentralen Anlaufstelle online einreichen und müssten sich demnach nicht zwingend in jedem EU-Land umsatzsteuerlich registrieren.

Länderspezifische Umsatzsteuer ab 2015 bei der Preisangabe

Mit der Neuerung einhergehend ist die Anpassung der angezeigten Bruttopreise an den länderspezifischen Umsatzsteuersatz im Onlineshop für ausländische Besucher notwendig. Die Preise müssen immer brutto, also inklusive Umsatzsteuer angezeigt werden. Nach einem Log-In müssen die in den jeweiligen EU-Ländern geltenden Steuersätzen direkt eingerechnet und auch angezeigt werden. Zudem müssen die Preise wegen der individuellen anzuwendenden nationalen Umsatzsteuersätze eventuell neu kalkuliert werden. Hier muss das eingesetzte Shopsystem technisch angepasst werden, um den neuen Anforderungen zum Umsatzsteuerrecht 2015 zu entsprechen.

Länderspezifische Richtlinien bei der Rechnungsstellung

Daneben müssen die rechtlichen Vorschriften rund um die Mehrwertsteuer, insbesondere die Anforderungen an eine Rechnung, die im jeweiligen Land gestellt werden, beachtet werden.

Rechtlichen Anforderungen an die neue Umsatzsteuer 2015

Auf die Rechtstexte des Händlerbundes hat die steuerrechtliche Änderung keinen Einfluss. Dies kann im Einzelfall aber anders sein, wenn andere Rechtstexte verwendet werden und sollte daher individuell geprüft werden.

Die Abmahnwelt dürfe es freuen, denn die zahlreichen offenen Fragen bei der Umsetzung der neuen Regelungen und Umstellung besonders kleinerer Online-Shops könnte ausgenutzt werden. Abmahngründe können u.a. sein, wenn der Endpreis mit dem gültigen Mehrwertsteuersatz nicht sofort nach einem Log-In (oder einer Abfrage des Wohnortes) angezeigt wird, sondern erst im Bestellablauf. In diesem Fall würde der Verbraucher in die Irre geführt werden.


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