Leipzig, den 13.04.2026
Für Online-Händler wird bürokratischer Aufwand zunehmend zur Herausforderung: In einer aktuellen Händlerbund-Studie gaben alle Teilnehmenden an, dass sie sich durch bürokratische Anforderungen eingeschränkt fühlen. Ein gravierender Anteil von 89 Prozent der Händler empfindet die Einschränkungen sogar in starkem oder sehr starkem Maße – ein Umstand, der die Last durch Bürokratie sehr eindrücklich offenlegt.

Produktkennzeichnung und Verpackungsgesetz sind große Hürden
Bürokratische Prozesse binden wertvolle Kapazitäten, die den Unternehmen an anderer Stelle fehlen. Insbesondere kleine und mittelständische Online-Händler geraten dadurch unter Druck. Die Vielzahl und Komplexität der parallel geltenden Pflichten und Gesetze stellt für diese Unternehmen eine erhebliche Herausforderung dar.
Die Studie legt dabei offen, welche Themen die Händler am meisten belasten: Produktsicherheit und Produktkennzeichnung sowie das Verpackungsgesetz wurden jeweils von 76 Prozent der Befragten als größte Hürden genannt. Aber auch Datenschutz und DSGVO (54 Prozent), Nachhaltigkeits- und Berichtspflichten (52 Prozent) sowie Vorgaben rund um Steuerrecht und Steuererklärungen (46 Prozent) sorgen für erhebliche Belastungen. Bürokratie allgemein gilt für 54 Prozent als große Herausforderung.
Besser sieht es zumindest in zwei konkreten Bereichen aus: Mit Blick auf Personal und Arbeitsrecht (7 Prozent) sowie bei Förderprogrammen (4 Prozent) scheinen sich die negativen Auswirkungen innerhalb der Unternehmen in Grenzen zu halten.

Händler fürchten Abmahnungen und andere Konsequenzen
Ein weiteres Problemfeld ist die rechtliche Unsicherheit, die viele Händler empfinden. Laut der Händlerbund-Umfrage fürchtet fast ein Drittel der Befragten (32 Prozent) die Konsequenzen von Abmahnungen oder anderen rechtlichen Konsequenzen bei Fehlern oder der Nichtbeachtung von Vorgaben.
Dazu kommen Herausforderungen wie umfangreiche Nachweis- und Dokumentationspflichten (19 Prozent) oder empfundene Wettbewerbsnachteile gegenüber Unternehmen aus Drittstaaten (16 Prozent). Der zeitliche und finanzielle Aufwand (13 Prozent und 12 Prozent) belastet viele Händler zusätzlich.
Händler fordern praxisnahe Gesetze
Angesichts der genannten Herausforderungen formulieren die Händler deutliche Forderungen an die Politik. Mehr als drei von vier Befragten (77 Prozent) wünschen sich klarere und praxisnähere Gesetze. Zwei Drittel (66 Prozent) fordern weniger häufige Änderungen bei regulatorischen Vorgaben, während 62 Prozent für vereinfachte Formulare und Prozesse plädieren, um den administrativen Aufwand zu mindern.

Die Studienergebnisse verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf: Die E-Commerce-Branche benötigt eine Regulierung, die sich an der Praxis orientiert und die besonderen Gegebenheiten von kleinen und mittelständischen Unternehmen berücksichtigt. Der Händlerbund sieht hier eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Ohne Anpassungen droht eine weitere Marktkonsolidierung zugunsten der großen Plattformen, was viele Existenzen von KMUs bedroht und letztlich auch für den Verbraucher zu weniger Vielfalt führt An dieser Stelle sind Politik und Gesetzgeber gefragt, solchen Entwicklungen entgegenzuwirken, die die hiesige Wirtschaft unter Druck setzen und die Agilität und Leistungsfähigkeit des Mittelstands gefährden.
Kernergebnisse der Händlerbund-Studie:
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89 Prozent der Händler stufen die Belastung durch Bürokratie als hoch bzw. sehr hoch ein.
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Jeder dritte Händler (32 Prozent) hat Angst vor Abmahnungen und rechtlichen Risiken.
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Die größten Hürden für Online-Händler sind Produktsicherheit, Produktkennzeichnung und das Verpackungsgesetz.
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66 Prozent der Händler wünschen sich, dass Pflichten seltener angepasst werden.
Unterstützung durch den Händlerbund
Recht im E-Commerce kann kompliziert sein – muss es aber nicht bleiben. Der Händlerbund macht Online-Shops rechtssicher: mit spezialisierter Rechtsberatung, aktuellen Rechtstexten und Unterstützung im Abmahnfall. Damit Händler sich auf ihr Geschäft konzentrieren können, während die rechtlichen Anforderungen verlässlich im Griff bleiben.
Für seine aktuelle Bürokratiestudie hat der Händlerbund im Zeitraum September bis Oktober 2025 insgesamt 114 Online-Händler befragt. Die vollständige Auswertung kann kostenfrei als pdf-Datei auf dem Händlerbund Marketplace heruntergeladen werden.
