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Der deutsche Online-Handel ist mehr als nur Amazon


Es muss einmal deutlich gesagt werden: Der Online-Handel in Deutschland besteht nicht bloß aus Amazon. Ganz im Gegenteil. Er wird von hunderttausenden kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Man kann eine ganze Branche nicht mit ihrem größten Player gleichstellen. Die Bundesliga besteht auch nur zu 5,5 Prozent aus Bayern München. 

Aber warum muss das gesagt werden? Weil immer noch in öffentlichen Debatten, in der Politik und auch in den Medien zu oft so getan wird, als sei Amazon synonym mit dem gesamten Online-Handel.

Aus Sicht des Händlerbundes würde mehr Differenzierung der Diskussion gut tun. Denn so wie sie aktuell geführt wird, wird sie der Branche nicht gerecht. Vielmehr wird der restliche E-Commerce außer Amazon in seiner Diversität unsichtbar gemacht. Dabei gibt es dort so viele leistungsstarke, innovative und wichtige Unternehmen.

Wer Amazon dennoch als Synonym für den Online-Handel verwendet, der handelt aus politischen Motiven, aus Ignoranz oder dem fehlt das Verständnis für die vielfältige deutsche E-Commerce-Landschaft. 

KMU-Online-Händler zahlen ihre Steuern

Wenn sich – wie Ende 2020 geschehen – Oberbürgermeister von Großstädten wie Hannover oder Mainz öffentlich darüber beschweren, dass „der Online-Handel” in ihren Kommunen keine Steuern zahlt, dann sieht man, dass die Vermengung von Amazon und Online-Handel schon zu weit getrieben wurde. Nicht nur diese Oberbürgermeister forderten dann als Konsequenz, dass es „Straf”- und Extrasteuern für alle Online-Händler geben müsse. 

Doch natürlich zahlen die Online-Händler in Deutschland ihre gewerblichen Steuern und natürlich zahlen sie diese in den Kommunen, in denen sie sitzen. Gerade auf Plattformen und Marktplätzen werden die deutschen KMU-Online-Händler sehr genau kontrolliert, ob sie ihre Steuern korrekt bezahlen. 

Was die Oberbürgermeister – hier stellvertretend für die breite Öffentlichkeit – gemacht haben, war, eine Diskussion so zu führen, als ginge es statt um Amazon um die gesamte Branche. Sicherlich gibt es berechtigte Diskussionen um die Steuertricks von Amazon, das als Digitalriese eher geringe Steuersätze zahlen muss. Doch deswegen auch allen kleinen und mittelständischen Online-Händlern Steuervermeidung vorzuwerfen, ist absurd. 

Rekordumsatz von Amazon heißt nicht Rekordumsatz des Online-Handels

Die Rufe nach mehr Besteuerung des Online-Handels fußen oft auf der Annahme, dass der Online-Handel der unbestrittene Krisengewinner ist. Und so viel stimmt: Viele im E-Commerce haben während der Ladenschließungen mehr Umsatz gemacht. Amazon hatte seinen Gewinn gegen Ende des letzten Jahres sogar verdreifacht

Dennoch lässt sich auch diese Beobachtung nicht auf die komplette Branche verallgemeinern. In der aktuellsten Corona-Umfrage des Händlerbundes zeigte sich, dass knapp die Hälfte der befragten Online-Händler mit negativen Auswirkungen der Krise kämpfen. Ob man zum Krisengewinner oder -verlierer wurde, hängt zu großen Teilen auch an der Produktpalette, die man anbietet. Darum kann man nicht der ganzen E-Commerce-Branche attestieren, dass sie der uneingeschränkte Krisengewinner ist.

Keine Differenzierung auch beim Thema Retouren

Die Diversität des Online-Handels wird in Deutschland regelmäßig auch bei anderen Themen unter den Tisch fallen gelassen. Ab Mitte 2019 gab es eine große Diskussion um den Umgang mit Retouren, nachdem es heimliche Filmaufnahmen aus einem Amazon-Logistikzentrum gab, in dem bergeweise Retouren für die Vernichtung klar gemacht wurden. Zahlen der Uni Bamberg zeigten aber, dass der durchschnittliche Online-Händler nur einen winzigen Bruchteil seiner Retouren vernichtet. Insgesamt landeten etwa 2018 nur 1,5 Prozent aller Retouren unnötigerweise im Müll. 

In der Branche ist das Problem also vergleichsweise klein, aber die öffentliche Empörung über Amazon war groß. Das Resultat: Die Bundesregierung verabschiedete Ende 2020 ein neues Kreislaufwirtschaftsgesetz, das in ein paar Jahren für enorme Transparenz- und Obhutspflichten für alle Händler sorgen wird – massive Belastungen aufgrund eines geringen Problems. 

Der Online-Handel soll die Innenstädte zerstören?!  

Durch die ständigen Gleichsetzungen mit Amazon haftet ein bedrohliches Image am Online-Handel. Die skandalbelastete Reputation Amazons färbt auf die redlichen Kollegen ab. Neben Steuern, Retouren und der Umwelt wird besonders oft das Szenario heraufbeschworen, dass Amazon und/oder der Online-Handel die Innenstädte früher oder später zerstört. Denn durch die Konkurrenz aus dem Internet könne sich der liebenswerte Tante-Emma-Laden oder das Nischengeschäft um die Ecke nicht mehr halten.

Dazu sei nur soviel gesagt: Viele dieser Geschäfte können sich überhaupt nur noch halten, weil sie sich nebenher auch ein Standbein im Online-Handel aufgebaut haben. Der Online-Handel unterstützt diese stationären Geschäfte, die oftmals viel mehr von horrenden Mieten gefährdet sind als vom E-Commerce. Und viele sichern sich ihre Existenz eben auch über den Verkauf auf dem Amazon-Marktplatz.

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