Branding für Online-Shops » Mach deine Marke zum Magnet

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Jeder möchte in Erinnerung bleiben, insbesondere Unternehmen. Es ist am besten, wenn Verbraucher sofort an eine Marke denken, wenn sie ein Produkt benötigen. Diese Kunden haben eine starke Bindung zu einer bestimmten Marke und kaufen immer wieder deren Produkte. Mit einer starken Marke für deinen Online-Shop kannst du genau das erreichen.

Branding ist ein Begriff, der sich um den Aufbau und die Entwicklung deiner Marke (Brand) dreht. Dabei wird deine Marke so herausgearbeitet, dass du es schaffst, mit Kunden und jenen, die es noch werden sollen, eine emotionale Bindung aufzubauen. Durch die Verknüpfung deiner Marke mit positiven Gefühlen bleibst du nicht nur in Erinnerung, sondern wirst sogar weiterempfohlen. Über Social Media und Bewertungsportale genauso wie im direkten Gespräch mit Freunden oder der Familie. Worum es sich beim Branding genau handelt, welche Arten es gibt und wie du es für dich nutzen kannst, verraten wir dir hier.

Branding Schriftzug

Branding für Online-Shops – Kurz und Kompakt

  1. Mit Branding wird eine Marke zum Aushängeschild des Unternehmens.
  2. Durch den Wiedererkennungswert und positive Emotionen erinnern sich Konsumenten an die Marke und identifizieren sich mit ihr.
  3. Branding erlaubt die Abgrenzung von Mitbewerbern und die Entwicklung einer starken Kundenbindung.
  4. Es gibt verschiedene Arten von Branding: Unter anderem Product, Personal oder Employer Branding.
  5. Mit dem richtigen Branding kann man zu einer sogenannten Love Brand werden, einer besonderen Lieblingsmarke bei Verbrauchern.
  6. Die Ausrichtung auf eine Zielgruppe, das Erstellen eines Brand Claims und die Auswahl der richtigen Kommunikationskanäle sind ausgewählte Schritte zum eigenen Branding für den Online-Shop.


Was versteht man unter Branding?

Branding bedeutet übersetzt so viel wie Stempeln oder Brandmarken. Der Begriff ist abgeleitet von der alten Technik, Nutztiere mit einem Brandzeichen zu versehen, um ihre Zugehörigkeit zu klären. Im Marketing wird unter Branding der gezielte Aufbau einer Marke verstanden. Mit gezielten Maßnahmen drückst du deinem Unternehmen sozusagen einen Stempel auf. Dieser steigert den Wiedererkennungswert und bleibt in den Köpfen der Verbraucher.

Um die Marke zum Aushängeschild des Unternehmens zu machen, wird sie mit bestimmten Botschaften (Slogans bzw. Claims) und Emotionen verknüpft. Außerdem werden unverwechselbare Elemente wie Logos, Farbschemata oder Layouts verwendet. Mit diesen sollen sich die Konsumenten identifizieren und sich somit an die Marke erinnern.

Der Prozess des Branding wird als Brand Building, also als Markenbildung bezeichnet. Ein Branding für einen Online-Shop empfiehlt sich für jeden, der auf sich aufmerksam machen und sich im Wettbewerb entsprechend positionieren möchte.

Was ist das Ziel von Branding?

Mit einem Branding für deinen Online-Shop kannst du dich eindeutig positionieren. Du grenzt dich damit von deinen Mitbewerbern ab und gewinnst loyale Kunden. Denn sobald der Verbraucher in irgendeiner Form mit der Marke in Verbindung kommt, soll er sofort Elemente des Brandings im Kopf haben. Zum Beispiel ein Logo oder einen gewissen Claim bzw. Slogan. Sobald der Konsument an eine bestimmte Produktkategorie denkt, fallen ihm bestimmte Marken ein. Mit dem Branding erreichst du also eine gewisse Markenbekanntheit, sodass Verbraucher nicht mehr recherchieren müssen.

Aufmerksamkeit zu bekommen, Vertrauen aufzubauen und Loyalität zu erzeugen, um einen starken Kundenstamm aufzubauen, die anderen deine Marke weiterempfehlen, sind nicht nur Ziele des Brandings, sondern bündeln sich auch im sogenannten Circle of Awareness (Kreis der Aufmerksamkeit/ des Bewusstseins).

Das Ziel von Branding ist außerdem, die Marke mit ihrem definierten Alleinstellungsmerkmal (USP = Unique Selling Proposition) zu einem Aushängeschild zu entwickeln. Das soll dazu führen, dass Kunden das Unternehmen mit bestimmten (positiven) Gefühlen verbinden und die Brand bei einem bestimmten Kaufinteresse immer ins Gedächtnis kommt. Durch ein starkes Branding lieferst du potenziellen Kunden also Gründe, dich anderen Marken vorzuziehen.

Durch das Branding für deinen Online-Shop kannst du den immateriellen Wert steigern, Vertrauen in deinen Kunden aufbauen und somit eine starke Kundenbindung entwickeln.

Was ist der Unterschied zwischen Branding und Marketing?

Zum Branding gehören alle Maßnahmen, um ein bestimmtes Image zu erzeugen, mit denen sich ein Unternehmen von seiner Konkurrenz unterscheidet. Damit ist also das aktive Formen einer Marke und somit die strategische Steuerung der gewünschten Außenwahrnehmung gemeint. Mit einem Branding soll definiert werden, wer das Unternehmen ist und was es auszeichnet.

Mit Marketing im Vergleich dazu stellst du über verschiedene Maßnahmen zwar auch eine Verbindung zu (potenziellen) Kunden her, aber vorrangig zu dem Zweck, sie von deinen Produkten oder Dienstleistungen zu überzeugen. Branding gehört zwar zum Marketing, ist aber speziell darauf ausgerichtet, dass sich Konsumenten mit der Marke identifizieren, sich an sie erinnern oder sogar loyal zu ihr stehen. Das Branding sorgt dafür, dass sich Kunden mit deiner Marke bzw. deinem Unternehmen identifizieren und dir treu bleiben.

Im Aufbau des Unternehmens wird es mitunter so wahrgenommen, dass Branding vor Marketing kommt. Grund dafür ist, dass man Produkte erst vermarkten kann, wenn die Marke bzw. das Unternehmen entworfen bzw. identifiziert ist. Nach Beantwortung der Frage, was deinem Unternehmen wichtig ist und wie du wahrgenommen werden möchtest, kannst du deine Produkte und Dienstleistungen auch wesentlich besser positionieren.

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Kundenbindung

Im Marketing ist Kundenbindung seit jeher ein wichtiges Thema. Denn es ist meist leichter, Kunden zu halten, als neue zu gewinnen. Begeisterte Kunden, die immer wieder auf deine Produkte zurückgreifen, werden dich auch anderen empfehlen. Wie du Kunden an dich bindest, erfährst du in unserem Ratgeber.

Tipps zur Kundenbindung

 

Welche Arten von Branding gibt es?

Es gibt viele verschiedene Arten von Branding, dazu gehören zum Beispiel:

  1. Product Branding (Besondere Kennzeichnung des Produkts)
  2. Personal Branding (Einzelne Personen bzw. Persönlichkeiten anstelle der Marke im Fokus)
  3. Employer Branding (Etablierung der Arbeitgebermarke)
  4. Corporate Branding (Das ganze Unternehmen ist die Marke)
  5. Retail Branding (Nicht die Produkte sind bekannt, sondern der Händler bzw. das Unternehmen)
  6. Co-Branding (Zwei oder mehrere starke Marken erschaffen gemeinsam ein Produkt)
Brand Schriftzug aus Bausteinen

Product Branding

Eine wichtige Art des Brandings ist das Product Branding, durch welches ein Produkt seine besondere Kennzeichnung erhält. Das bezieht sich auf das Logo, Claims, bestimmte Bilder und Farben, sowie die ausgewählte Schriftart. Bei einer roten Dose mit einer weißen Schrift denkt jeder an eine bestimmte Marke, genauso wie bei dem Claim “Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.”.

Dem Konsumenten ist also sofort klar, um welche Marke es sich handelt. Dadurch heben sich die Produkte auch automatisch von der Konkurrenz ab und haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Personal Branding

Beim Personal Branding steht der Mensch im Vordergrund, kein Unternehmen oder ein Produkt. Dafür kommen Mitarbeiter, aber auch bekannte bzw. öffentliche Persönlichkeiten in Betracht.

Aber auch für Unternehmen wird Personal Branding immer interessanter. Denn wenn ein Mitarbeiter für seine Professionalität bekannt wird, rückt das Unternehmen dadurch automatisch mit in den Fokus und profitiert davon. Durch das Personal Branding erhält das Unternehmen ein Gesicht und wird damit nahbarer und authentischer.

Personal Branding liefert also eine Vielzahl von Vorteilen, zum Beispiel können neue Mitarbeiter gefunden, das Netzwerk vergrößert und die Bekanntheit des Unternehmens gesteigert werden.

Employer Branding

Employer Branding steht zu Deutsch für Arbeitgebermarke. Mit Hilfe des Employer Branding kannst du dich als attraktiver Arbeitgeber etablieren. Dabei wird nach innen und außen das Bild eines kompetenten Arbeitgebers vermittelt, das sich sowohl an aktuelle als auch an künftige Arbeitnehmer richtet.

Ein gutes Employer Branding ist wichtig, weil sich der Arbeitsmarkt mittlerweile zugunsten der Bewerber entwickelt. Da gilt es, mit einem guten Employer-Branding-Konzept herauszustechen. Während die Generationen unterschiedliche Ansprüche haben, solltest du in jedem Fall authentisch bleiben und dein Unternehmen realistisch darstellen.

Deine Employer Brand entsteht in verschiedenen Phasen. Eine davon ist beispielsweise die Entwicklung einer Employer Value Proposition. Damit stellst du heraus, wofür du als Arbeitgeber grundsätzlich stehst, welche Werte dein Unternehmen besonders machen und was dein Versprechen an deine Mitarbeiter ist.

Zur Entwicklung der Employer Brand kannst du darüber hinaus verschiedene Maßnahmen ergreifen. Neben der stetigen Optimierung deiner Employer Value Proposition zählt dazu auch deine Unternehmenskultur zu kommunizieren. Über ein Mitarbeiternetzwerk, Karriereportale und soziale Medien kannst du Insights aus deinem Unternehmen teilen und damit nicht nur neue Mitarbeiter gewinnen, sondern deine Talente langfristig an dich binden.

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Mehr Tipps gibt es auf Youtube

Der Händlerbund YouTube-Kanal hält noch viele weitere Informationen bereit, um das Thema Online-Handel erfolgreich und rechtssicher zu gestalten. 

Praxistipps entdecken

 

Exkurs: Der Golden Circle – Erfolg mit deinem ‘Warum’

Der Golden Circle ist ein Denkmodell von Simon Sinek, einem Unternehmensberater und Autor, den er erstmals 2009 in seinem bekannten TED-Talk vorstellte. Auch in seinem Buch ‘Start with Why’ erklärt er den Ansatz, der sich auch mit wenig Budget einfach umsetzen lässt.

Der Ansatz des Golden Circle dreht sich hauptsächlich um die Frage, wieso einige Unternehmen wesentlich erfolgreicher sind als andere. Nach Sinek handeln diese Unternehmen nach einem bestimmten Prinzip: Sie starten nicht mit ihren konkreten Produkten (What, also Was), sondern beginnen mit ihrem Sinn - ihrem Why. Im Fokus steht hierbei die Frage, warum ein Unternehmen etwas macht.

Zur Erläuterung teilt Sinek sein Denkmodell Golden Circle in drei Ebenen: Why (Warum; der Purpose bzw. Sinn), How (Wie; der Prozess) und What (Was; das Resultat), die miteinander in Beziehung stehen.

Das Why — Warum du es tust

Das Why steht für den Sinn und somit für die Frage, warum du etwas tust. Der Grund deines Handelns ist der Kern des Golden Circle und beschäftigt sich eher mit deinem ganzheitlichen Ziel. Also warum hast du dein Unternehmen gegründet, was möchtest du verändern oder erreichen?

Das How — Wie du es tust

Nachdem der Sinn deines Vorhabens steht, kann ein strategisches Vorgehen geplant werden, das zur Erreichung deines Ziels notwendig ist. Dieses Vorgehen ist dein How, also wie du das machst. Das meint in deinem Fall dein Geschäftsmodell und die genaue Funktions- bzw. Arbeitsweise deines Unternehmens. Auch die Definition einer Unique Selling Proposition (USP, Alleinstellungsmerkmal) gehört zu dieser Ebene.

Das What — Was du tust

Der äußere Kreis und die damit dritte Ebene des Golden Circle entspricht dem What, also dem Ergebnis deines Vorhabens. Im Geschäftsalltag können das konkrete Dienstleistungen oder Produkte sein, die sich aus deinem Why und How ergeben.

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Die meisten Unternehmen versuchen sich über die dritte Ebene, das What und somit mit ihren Produkten von der Konkurrenz abzuheben. Nach dem Prinzip des Golden Circle von Sinek gelingt dies aber besser mit dem Why. Daher solltest du bei der Anwendung des Prinzips diese Reihenfolge einhalten und aus dem Warum heraus festlegen, 
Wie du Was machst. Durch dein How und What wird dein Why und somit deine Vision aber überhaupt erst authentisch.

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Der Golden Circle orientiert sich dabei an biologischen Grundprinzipien des menschlichen Denkens und Entscheidens, bei dem Botschaften in verschiedenen Arealen des Gehirns verarbeitet werden. Das limbische System verarbeitet beispielsweise Emotionen und wird daher vom Why angesprochen. Das What des Golden Circle spricht den Neocortex an, der für rationales und analytisches Denken zuständig ist.

Das Prinzip des Golden Circle ist daher in verschiedenen Bereichen anwendbar, zum Beispiel im Marketing und der Produktentwicklung, aber auch als agile Arbeitsmethode oder als Führungsinstrument. Der Vorteil der Golden Circle Methode liegt darin, dass die offene Kommunikation des Zwecks (deines Why) Emotionen bei seinen Empfängern hervorrufen kann. Nicht nur bei deinen Kunden, sondern auch bei aktuellen und zukünftigen Mitarbeitern. Durch den definierten Zweck deines Unternehmens stärkst du also auch deine Arbeitgebermarke.

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Mit dem richtigen Branding zur Love Brand werden

Eine Marke, die bei ihren Kunden beliebt ist und weiterempfohlen wird, wird auch als Love Brand bezeichnet. Als Lieblingsmarke spricht sie ihre Käufer auf emotionaler Ebene an, befriedigt ein Bedürfnis und vermittelt Freude. Die Kunden vertrauen einer Love Brand genau so, wie sie dem Ratschlag eines Freundes vertrauen würden.

Love Brands können dadurch einen stabilen Umsatz erzielen, dass die loyalen Kunden, die ihre Lieblingsmarke auch gern weiterempfehlen, bereit sind, für die Produkte mehr Geld auszugeben.

Im Marketing werden oft negative Gefühle genutzt, um einen Kaufanreiz zu schaffen. Beispiel dafür ist ‘the fear of missing out’ (FOMO), also die Angst, etwas zu verpassen, die z. B. mit kurzzeitigen Angeboten geschaffen wird. Die Love Brand erzeugt allerdings positive Gefühle, die Zuneigung bei ihren Kunden auslöst und somit eine echte Beziehung entstehen lässt. Diese Verbindung wird auch oft als Brand Love bezeichnet.

Auch dir kann es gelingen, über dein Branding eine tiefe Beziehung zu deiner Kundschaft aufzubauen und deine Kunden somit emotional an dich zu binden.

Markenkern finden

Der Markenkern ist etwas, das eher unbewusst und auf emotionaler Ebene entsteht, weniger aufgrund gezielter Maßnahmen und Strategien. Der Markenkern wird je nach Stimmung wahrgenommen und kann über verschiedene Werte verfügen, zum Beispiel Zuverlässigkeit, Qualität, soziale Verantwortung oder auch günstiger Preis. Auch der Markenkern ist Ausdruck dessen, was die Marke einzigartig macht und somit von ihren Wettbewerbern abgrenzt.

Ein Markenkern kann also nur bedingt gesteuert werden, da er sich zum Großteil aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit ergibt. Trotzdem kann der Markenkern entwickelt werden, indem zum Beispiel die Unternehmensphilosophie oder das Alleinstellungsmerkmal (USP) aufeinander abgestimmt werden.

Trotzdem sollte der Markenkern in seinen zentralen Werten konstant bleiben. Selbst wenn also Änderungen stattfinden, zum Beispiel in der Produktpalette oder im Design des Logos, sollte der Kern der Marke erkennbar bleiben. Wenn eine Marke beispielsweise schon auf günstige Preise setzt, entspricht eine teure Produktkategorie nicht dem Markenkern.

UVP, USP, UAP – Mach dich einzigartig

Mit Unique Value Proposition (UVP) ist ein Nutzen- oder Wertversprechen gemeint. Der Ansatz des UVP soll ein Versprechen und nicht das Produkt einzigartig machen und einen Mehrwert in den Fokus stellen. Der UVP stellt den Nutzen bzw. Wert des Produkts bzw. der Marke in den Vordergrund.

Die Abkürzung USP begegnet dir im Marketing häufiger und ist dir damit vielleicht nicht fremd. Damit ist Unique Selling Proposition gemeint, also dein Alleinstellungsmerkmal. Wörtlich übersetzt bedeutet es ‘Einzigartige Verkaufsaussage’. Mit dem USP definierst du, was deine Kundschaft an dir begeistert und dich von deiner Konkurrenz unterscheidet. Es handelt sich dabei um ein Nutzungsversprechen, welches für deine Zielgruppe relevant sein muss und ihre Bedürfnisse erfüllen sollte.

Mit UAP, Unique Advertising Proposition, also einer einzigartigen Werbeaussage bzw. Werbeversprechen, differenzierst du dich zusätzlich kommunikativ von deinen Wettbewerbern. Dadurch wird eine emotionale Alleinstellung geschaffen, die ein Produkt gegenüber den Wettbewerbern aufweist. Ein UAP kann sich zum Beispiel um Individualität, Innovationsfähigkeit oder Kosten- und Nutzenverhältnis drehen.

Personen auf gelben und und einem dominierenden violetten Balken


Im Brand Love 2022 Report von Talkwalker wird außerdem deutlich, dass sich die Anforderungen, die Konsumenten an Unternehmen stellen, verändern. Themen wie nachhaltiges Wachstum (z. B. Wirtschaftswachstum ohne die Umwelt zu gefährden), Umwelt (z. B. Reduzierung des CO2-Fußabdrucks) und Gesellschaft (z. B. faire Arbeitsbedingungen) rücken immer mehr in den Fokus. Die beliebtesten Brand überzeugen laut dem Report insbesondere durch Vertrauen, Leidenschaft und Kundenzufriedenheit.

Zielgruppenausrichtung

Die wichtigste Frage rund um das Branding für deinen Online-Shop ist die Zielgruppe. Denn je besser du einen bestimmten Personenkreis bedienen kannst, desto erfolgreicher gelingt dir dein Branding. Dafür musst du deine Zielgruppe zunächst ganz genau kennen. In der Auseinandersetzung mit dieser kannst du sogenannte Buyer Personas erstellen. Eine Persona ist ein idealtypischer Vertreter deiner Zielgruppe, der ihr ein Gesicht und dir die Möglichkeit gibt, sich genauer in sie hineinzufühlen.

Die Buyer Persona wird dabei detailliert aufgearbeitet und mit Eigenschaften rund um ihre demographischen Daten, beruflicher Status, Persönlichkeit, Hobbys, Ängsten und Sorgen, Kaufmotiven und möglichen Kaufhindernissen ausgestattet. Durch die Medien, die die Buyer Persona nutzen würde, können mögliche Touchpoints identifiziert werden. Dank der genauen Definition der Zielgruppe und der Auseinandersetzung mit der Buyer Persona und ihrer Customer Journey, kannst du die Kundenkommunikation konkreter ausrichten.

Hier ein Beispiel einer Persona für einen Online-Shop, der Dekorations- und Inneneinrichtungsartikel verkauft:

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tipTipp: 
Mehr zur Zielgruppenausrichtung erfährst du in unserem Ratgeber: Buyer Personas für Online-Shops.

In der Kommunikation mit deinen Kunden spielen insbesondere die sozialen Medien heute eine zentrale Rolle. Denn der direkte und ehrliche Austausch über zum Beispiel Instagram ist wesentlich, um mit einer Community, Interessierten und somit potenziellen Käufern eine Beziehung aufzubauen.

In engem Kontakt stehst du mit deinen Kunden außerdem über Conversational Marketing. Mit dem digitalen Austausch über Messenger-Dienste bist du für deine Kunden schnell erreichbar und nahbarer. Durch diese einfache Kontaktaufnahme werden außerdem Wünsche und Probleme deiner Kunden für dich schneller ersichtlich. Mit Conversational Marketing kannst du noch einfacher eine Beziehung zu deinen Kunden aufbauen.

Außerdem empfiehlt es sich besonders für die Phasen der Recherche potenzieller Kunden über deinen Online-Shop und deine Social-Media-Kanäle offen und transparent zu kommunizieren. Die Geschichte und Werte deines Unternehmens kannst du beispielsweise ausführlich auf einer Über-Uns-Seite darlegen. Insbesondere über die sozialen Medien kannst du deine Community im Arbeitsalltag deines Unternehmens mitnehmen und so eine emotionale Bindung aufbauen.

Branding-Strategie, Brand Claim und Branding-Kanäle

Unter Brand Strategy bzw. Branding-Strategie versteht man alle Aktivitäten im Sinne des Markterfolgs. Simple Werbung reicht oft nicht mehr aus, um sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten. Die Markenstrategie umfasst die gesamte Unternehmens- und Markenkommunikation über verschiedene Kanäle hinweg. Außerdem gehören dazu Vertriebskonzepte, persönliche Kontakte oder auch die Erlebnisse mit den Produkten.

Im Zuge der Branding-Strategie sollte außerdem ein Brand Claim entstehen. Es handelt sich bei dem Markenclaim um eine kompakte und einprägsame Botschaft, welche den Kern der Marke widerspiegelt. Man könnte einen Brand Claim daher auch als Charaktereigenschaft der Marke bezeichnen. Der Claim sollte dabei trendunabhängig bzw. zeitlos sein und verschiedene Kriterien erfüllen, zum Beispiel ist er einprägsam und vermittelt eine positive Botschaft.

Bekannte Brand Claims, die sofort eine gedankliche Verbindung zur Marke herstellen, sind zum Beispiel “Geiz ist geil” einer Elektronikhandelskette oder “Just do it” eines Sportartikelanbieters. Außerdem ist auch vielen bekannt, welcher Energydrink Flügel verleiht.

Kanäle fürs Branding

Branding ist ein ganzheitliches Konzept, das auf all deinen Kommunikationskanälen umgesetzt werden sollte. Denn Ziel ist es, deinen Kunden positiv in Erinnerung zu bleiben, um sie als langfristige Kunden zu gewinnen. Zufriedene Kunden werden deine Produkte oder deinen Online-Shop außerdem weiterempfehlen und auch Freunde, Familie oder Bekannte von dir überzeugen wollen – wenn sie mit den entsprechenden Emotionen dabei sind.

Die Einzigartigkeit deiner Marke bzw. deines Unternehmens kannst du daher nicht nur über die sozialen Medien, sondern auch in deinem Newsletter, über deine Website oder auch offline, zum Beispiel per Flyer, TV oder Radio Werbung herausstellen.

Laptop und Handy


Die größten Fehler beim Branding

Nur ein durchdachtes Branding liefert dir den gewünschten Erfolg. Fehler können deinem Brand Building dabei im Weg stehen. Zu den größten Fehlern gehört zum Beispiel, dass du deine Zielgruppe nicht kennst. Wenn dir nicht bewusst ist, für wen du deine Website gestaltest oder Anzeigen schaltest, werden diese Aktionen wortwörtlich ins Leere laufen. Denn sie können nicht die Verbraucher erreichen, die sich für deine Produkte interessieren könnten.

Ein weiterer wesentlicher Fehler beim Branding ist die Diskrepanz zwischen deinem gewählten Why (Warum) und deinem Produktportfolio. Wenn das Ziel deines Unternehmens beispielsweise ist, eine gute Qualität zu einem günstigen Preis anzubieten, passen teure Luxusartikel nicht dazu. Einige Fehler im Branding kannst du also vermeiden, indem du dich mit den unterschiedlichen Aspekten zum Brand Building ausführlich auseinandersetzt.

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Rebranding – Aus Alt mach Neu

Manchmal ist der Wurm drin und du erreichst mit deinem Online-Shop potenzielle Kunden nicht so, wie du es dir gewünscht hattest. Dann kann sich ein Rebranding lohnen. Für ein Rebranding kann es aber noch weitere Gründe geben, zum Beispiel eine Fusion, neue Produktangebote, eine veränderte Zielgruppe oder ein neuer Markt.

Bei einem Rebranding handelt es sich um eine Initiative, bei der die Identität einer Marke verändert wird. Ziel ist es, zu beeinflussen bzw. zu verändern, wie die Marke in den Köpfen von Verbrauchern wahrgenommen wird.

Wie funktioniert ein Rebranding?

Ein Rebranding muss natürlich strategisch angegangen werden. Zu Maßnahmen des Rebranding können zum Beispiel die Umbenennung deines Unternehmens, die Entwicklung einer neuen Markengeschichte oder auch eine neue visuelle Identität gehören. Damit kann ein Rebranding-Prozess kompliziert und mitunter teuer werden. Aber mit einem Rebranding kann man eine Marke auch effektiver an den Bedürfnissen von Konsumenten ausrichten und sich von Wettbewerbern abheben.

In einem ersten Schritt musst du dafür zunächst deine aktuelle Marke bzw. dein aktuelles Branding bewerten und bestimmen, welche Veränderungen du anstrebst. In einer drastischen Form des Rebranding wird dann alles Bisherige auf Null gesetzt und das Branding fängt für dich ganz von vorne an. Das lohnt sich aber nur dann, wenn die Marke nicht erfolgreich ist oder das Unternehmen vollständig reformiert werden muss. Du kannst auch neue Branding-Elemente mit alten kombinieren, die einzelnen Komponenten müssen in der Rebranding-Strategie dann aber harmonisieren.

Anschließend geht es an die Entwicklung eines neuen Brandings. Dazu gehören neben der Definition deines 'Warum', auch die Entwicklung deines Markenkerns, deiner Unternehmenswerte und -visionen, Zielgruppe und Kommunikationskanäle, ggf. eines neuen Logos und einer neuen visuellen Identität.

Ein Redesign deines Logos bietet sich dabei ebenfalls aus unterschiedlichen Gründen an. Es kommt beispielsweise nicht gut bei der Zielgruppe an, deine Zielgruppe hat sich verändert oder das Logo ist nicht mehr zeitgemäß und funktioniert damit nicht in verschiedenen Medien.

Der Händlerbund beispielsweise hat auch einmal ein Redesign seines Logos vorgenommen.

Unser aktuelles Händlerbund-Logo: 

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Unser altes Händlerbund-Logo: 

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Das neue Logo des Händlerbunds ist prägnanter, moderner und wesentlich einprägsamer. Das Rebranding des Händlerbund-Logos hat sich also im Hinblick auf ein durchdachtes Branding gelohnt.

Aber sollte deine Kundschaft aufgrund deines Markendesigns schon Vertrauen aufgebaut haben, ist es risikoreich, Anpassungen vorzunehmen. Im schlimmsten Fall verlierst du diese Kunden und musst dir einen neuen Kundenstamm aufbauen.

Markenrecht beachten

Deine Marke bzw. Brand zu entwickeln und zu festigen, ist nur die halbe Miete. Dein Branding hat viel Zeit in Anspruch genommen und damit willst du dich von deiner Konkurrenz abheben. Deshalb solltest du deine Marke schützen lassen. Das gelingt dir mit einer Anmeldung deiner Marke im Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) oder entsprechenden europäischen Markenämtern.

Denn damit dir niemand die Elemente deiner Brand klauen bzw. dich kopieren kann, muss deine Marke offiziell geschützt sein. Dies ist im Markenrecht, einem Bestandteil des Kennzeichenrechts, geregelt. Dabei wird im Markenrecht unter anderem zwischen Wortmarken, Bildmarken oder Farbmarken unterschieden. Deine Marke anzumelden hat verschiedene Vorteile für dich. Du sicherst dir beispielsweise das ausschließliche Nutzungsrecht deiner Marke, sodass es anderen Unternehmen untersagt ist, die geschützten Elemente zu verwenden. Deine Kunden können außerdem sicher sein, durch dein Branding immer das ‘Original’ zu erhalten.

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Unsere Marken-Lösungen

Auch beim Thema Markenrecht unterstützen wir dich gern. Mit unseren Markenlösungen DE & EU erhältst du professionelle Unterstützung von der Ähnlichkeitsrecherche bis hin zur Markenüberwachung.

Zu den Markenrecht-Paketen

 



Fazit zum Branding für Online-Shops

Du könntest über deinen Online-Shop die besten Produkte der Welt verkaufen. Wenn du dich nicht richtig positionierst, potenzielle Kunden nicht von deinen Werten überzeugst und es nicht schaffst, sie emotional an deine Marke zu binden, wird sich dein Umsatz nicht wie gewünscht entwickeln.

Mit einem Branding für deinen Online-Shop hilfst du in erster Linie dir selbst, indem du definierst, wofür dein Unternehmen steht und wodurch es angetrieben wird. Die Definition deines ‘Warums’ gibt dir dabei eine Richtung vor.

Durch die anschließende Definition der Zielgruppe und Ausrichtung der Kommunikation erreichst du genau die Verbraucher, die deine Produkte und Marke lieben werden. Sie müssen dann nur bestimmte Worte hören oder eine bestimmte Farbe sehen, um an deine Marke und deine Produkte zu denken.

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