Dropshipping Gesetze: Verbraucherschutz und Kundenrechte
Dropshipping ist nur eine bestimmte Art, ein E-Commerce-Geschäft zu betreiben. Das heißt, der Verbraucherschutz und die damit einhergehenden Kundenrechte sind hier genauso wichtig. Denn deine Kunden schließen den Vertrag mit deinem Shop und müssen sich daher auf die Schutzstandards verlassen können.
Informationspflichten nach dem BGB
312d des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) definiert in Verbindung mit Art. 246a des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB), dass der Unternehmer bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen und bei Fernabsatzverträgen dazu verpflichtet ist, den Verbraucher zu informieren.
Zu den geforderten Informationen gehören zum Beispiel:
- wesentliche Eigenschaften der Ware oder Dienstleistung
- Identität (z. B. Handelsnamen, Anschrift)
- Geschäftsanschrift des Unternehmers
- Kontaktmöglichkeiten (z. B. E-Mail, Telefonnummer)
- Gesamtpreis der Ware (inkl. aller Kosten wie Steuern und Liefergebühren)
- Zahlungs-, Liefer- und Leistungsbedingungen sowie Liefertermin
- Bestehen eines gesetzlichen Mängelhaftungsrechts
Widerrufsrecht korrekt umsetzen
Das Widerrufsrecht beim Dropshipping steht deinen Kunden ebenfalls zu. Nach §355 BGB haben Verbraucher das Recht, innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurückzutreten. Diese Frist beginnt dabei mit dem Erhalt der Ware.
Bei Dropshipping Rücksendungen musst du aber klären und transparent kommunizieren, ob die Ware an dich, an eine deutsche bzw. EU-Adresse oder direkt an den Lieferanten zurückgeht. Außerdem ist festzulegen, wer die Rücksendekosten übernimmt. Du bist nicht dazu verpflichtet, die Kosten zu tragen, allerdings übernehmen die meisten Online-Händler dies aus Kulanz und Kundenfreundlichkeit.
Das Widerrufsrecht ist außerdem ein Teil der Informationspflichten nach BGB. Artikel 246a EGBGB legt fest: Wenn dem Verbraucher nach §312g Abs. 1. BGB ein Widerrufsrecht zusteht, ist er unter anderem zu informieren:
- über die Bedingungen, die Fristen und das Verfahren für die Ausübung des Widerrufsrechts
- ggf. darüber, dass er die Kosten für die Rücksendung der Ware zu tragen hat
Erfüllen kannst du diese Informationspflichten durch das Bereitstellen einer Widerrufsbelehrung, die du dir jederzeit vom Händlerbund erstellen lassen kannst. Außerdem: Der Widerrufsbutton wird Pflicht, der über deinen Online-Shop erreichbar sein muss, damit Verbraucher noch einfacher ihren Widerruf erklären können.
Rückgabe und Reklamation bei Auslandsware: Auch bei Auslandsware bleibst du Ansprechpartner, weil du als verantwortlicher Verkäufer auftrittst. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du vertraglich dafür sorgen, dass dein Dropshipping-Partner bei Mängeln, Falschlieferungen oder Retouren mitzieht. Das erleichtert dir letztlich den Umgang mit Reklamationen.
Dropshipping Datenschutz
Beim E-Commerce ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) grundsätzlich relevant, da personenbezogene Daten verarbeitet werden. Jeder Online-Shop muss daher nach Art. 14, 14 DSGVO eine Datenschutzerklärung bereitstellen, die leicht auffindbar ist.
Beim Dropshipping kommt hinzu, dass du personenbezogene Kundendaten zwangsläufig an den Lieferanten weitergibst, um den Versand zu ermöglichen. Diese Übermittlung an Dritte erfordert eine eigene Rechtsgrundlage und muss explizit in der Datenschutzerklärung offengelegt werden. Hier nennst du Empfänger, Zweck, Umfang und ggf. das betreffende Drittland.
Dropshipping Vertrag
Ein sauberer Dropshipping-Vertrag mit deinem Lieferanten ist zentral, um deine gesetzlichen Pflichten gegenüber Verbrauchern zu erfüllen, aber auch um dich selbst abzusichern. In einem solchen Vertrag kannst du verschiedene Aspekte regeln, zum Beispiel:
- Lieferzeiten
- Mindestbestände
- Produktsicherheit
- Qualitätsstandards
- Nutzung von Produktbildern und -texten
- Retouren- und Reklamationsprozesse
- Haftung
Überblick – Diese Rechtstexte brauchst du für Dropshipping
Viele fragen sich: Brauche ich spezielle AGB für Dropshipping? Für einen rechtssicheren Dropshipping-Shop brauchst du keine speziellen AGB, sondern die üblichen Rechtstexte. Dazu gehören:
- Impressum für Dropshipping: Die sogenannte „Anbieterkennzeichnung” gibt Aufschluss über die verantwortliche Person und enthält daher die vollständigen Unternehmensdaten, darunter Name, Adresse, Kontaktdaten. Muss innerhalb von zwei Klicks im Online-Shop erreichbar sein.
- Datenschutzerklärung: Nach Art. 13, 14 DSGVO verpflichtend und regelt Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe personenbezogener Daten. Muss ebenfalls prominent platziert und leicht erreichbar sein.
- Widerrufsbelehrung inkl. Muster-Widerrufsformular und Widerrufsbutton, da deine Kunden nach § 312g BGB ein 14 tägiges Widerrufsrecht haben und dieses leicht und ohne etwaige Hürden ausüben können müssen.
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sind gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert, da sie allgemeingültige Bedingungen für all deine Kaufverträge definieren. Üblicherweise werden hier auch Versand- und Zahlungsbedingungen geregelt, die Teil deiner Informationspflichten nach BGB sind. Wichtig: Die Details müssen vor der Bestellung in deinem Shop ersichtlich sein.


